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Archiv für Dezember, 2009

Architekturbüro “querkraft” spendete Kärntner Landesbaupreis

3. Dezember 2009

5.000 Euro Preisgeld für Komitee für mehr Menschlichkeit und Toleranz - Jakob Dunkl: “Wünsche mir mehr Toleranz”

Klagenfurt (APA) - Das Wiener Architekturbüro “querkraft” hat für das Liaunig-Museum in Neuhaus/Suha den Kärntner Landesbaupreis erhalten und postwendend weitergegeben. “Wir wollten ein Zeichen für mehr Offenheit setzen und haben den Preis deshalb gespendet, und zwar an das Aktionskomitee für mehr Menschlichkeit und Toleranz”, sagte Architekt Jakob Dunkl am Donnerstag gegenüber der APA.

Auf die Frage, ob man die 5.000 Euro Preisgeld nicht selbst brauchen würde, meinte Dunkl: “Es fällt uns schon schwer, von der Kärntner Landesregierung ein Geld zu nehmen, daher haben wir es dem Komitee von Rolf Holub gegeben, für die war das ein richtiges Weihnachtsgeschenk.” Das Komitee wurde gegründet, um Asylwerber, welche die “Sonderanstalt” auf der Saualm verlassen wollten und dadurch aus der Grundversorgung des Landes gefallen sind, finanziell zu unterstützen und ihnen Wohnmöglichkeiten zu verschaffen.

“Es geht uns in der Architektur, die ja auch ein gesellschaftspolitisches Thema ist, um Offenheit und Toleranz”, so Dunkl. Das habe man auch bei dem jetzt ausgezeichneten Museumsprojekt versucht. Viele Menschen würden das Gebäude von außen erschreckt wahrnehmen und ablehnen. Dunkl: “Wenn sie aber drin gewesen sind, verändert sich ihr Standpunkt, sind sie oft wie verwandelt.”

Auf diese grundsätzliche Problematik, dass die Menschen das, was sie nicht kennen, ablehnen würden, wolle “querkraft” aufmerksam machen. “Das ist ja bei Menschen genauso.” Er selbst verstehe nicht alle Kunstwerke, die Herbert Liaunig in seinem Museum ausstelle, “deshalb lehne ich sie aber nicht ab, sondern ich toleriere sie”. Genau das wünsche er sich auf gesellschaftlicher Ebene.

Quelle: APA

admin Allgemein

„Aktionskomitee für mehr Menschlichkeit und Toleranz“ erfährt österreichweite Anerkennung

2. Dezember 2009

Wiener Architektenteam „querkraft“ spendet Landesbaupreis an die humanitäre Plattform

Ein eindrucksvolles Zeichen der Unterstützung für das Aktionskomitee für mehr Menschlichkeit und Toleranz in Kärnten setzte das Wiener Architektenteam „querkraft“ anlässlich der gestrigen Verleihung des Landesbaupreises des Landes Kärnten. Das Architektenteam spendete seinen Preis dem Aktionskomitee.

„Ich freue mich sehr, dass das Aktionskomitee und sein Eintreten für ein offenes, tolerantes und menschliches Kärnten mit dieser Aktion eine österreichweite Anerkennung erfährt. Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk, das man sich wünschen kann. Denn in knapp 2 Jahren seit der Gründung des Aktionskomitees am 10.12.2007 ist es uns gelungen, mit unermüdlichen und selbstlosen Leistungen unserer zahlreichen Mitglieder Anerkennung zu erfahren. Nun kommt das andere Gesicht Kärntens zum Vorschein: Kärnten besteht nicht nur aus dem „Saualm-Quartier“, der Diskussion um Minarett-Verbote und der Ortstafel-Debatte. Immer mehr Menschen stehen dafür ein, dass die Menschenrechte in Kärnten aktiv verteidigt werden müssen. Das Ziel des Aktionskomitees ist es, ein offenes, tolerantes und menschliches Kärnten zu repräsentieren und gegen unmenschliche Härtefälle vor allem im Asylbereich aufzutreten. Das Aktionskomitee will einen Beitrag zur Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung der Kärntner Bevölkerung und Zivilgesellschaft für Menschenrechte leisten und alle Personen und NGOs unterstützen, die sich für ein friedliches und solidarisches Zusammenleben in Kärnten einsetzen“, erklärt Holub.

So hat sich das Aktionskomitee beispielsweise gegen die „Hetzjagd“ gegen die tschetschenischen Familien ausgesprochen, die – wie sich später herausgestellt hat, völlig zu Unrecht beschuldigt wurden, an den Silvesterschlägereien in Villach beteiligt gewesen zu sein. Auch im Zusammenhang mit der Verbringung von AsylwerberInnen im Sommer 2008 hat sich das Aktionskomitee sofort öffentlich zu Wort gemeldet und die betroffenen AsylwerberInnen über ihre Rechte aufgeklärt.

„Bedauerlich ist jedoch, dass die Mitglieder der Kärntner Landesregierung weiterhin völlig unsensibel bis katastrophal den Flüchtlingen gegenüber agieren und immer mehr versucht wird, die Menschenrechte zu umgehen. In einer Resolution hat das Aktionskomitee bereits vor zwei Jahren mehrere Forderungen an die Regierung gerichtet. Leider hat bis heute kein einziges Regierungsmitglied auf diese Resolution reagiert. Umso erfreulicher ist es, dass die Plattform über Kärnten hinaus Unterstützung erfährt“, so Holub.

admin Allgemein